Bikini 32 Wohnhaus und Büro

Grundlegend war die Entscheidung, ein freistehendes Gebäude zu planen, obwohl das auf dem nur 236 m2 großen Grundstück bedeutete, an der schmalsten Stelle nicht mehr als 4,75m Breite zur Verfügung zu haben. Die fast scheibenartige Proportion erlaubt aber, von ein und demselben Raum aus die Sonne sowohl auf- als auch untergehen zu sehen, und kann ein Maximum an frischer Luft und Tageslicht einfangen.
Um Platz zu sparen und gleichzeitig klimagerecht (auch für sommerliche Temperaturen über 40 Grad) zu bauen, wurde ein System entwickelt, das mit nur 18cm Außenwand einen optimalen Wärmedämmwert bietet und die direkte Sonnenstrahlung durch Hinterlüftung ableitet. Die tragenden Metallsäulen bleiben im Innenraum sichtbar.
Die Ecklage und das Gefälle des Baugrundes erlaubten es, Wohnhaus und Büro räumlich vollkommen zu trennen. So entstand ein Niveausprung, der auch den Garten klar in privatere und öffentlichere Bereiche teilt.
Im ganzen Haus ist die Beziehung zum Außenraum spürbar. Jahreszeiten, Wetter und die Präsenz von Nachbarn oder Passanten sind auf eine unaufdringliche Weise Teil des Alltags, so wie die Bewegungen im Haus durch Öffnen und Schließen von Fenstern oder Sonnenschutzrollos, Auf- und Abdrehen von Beleuchtung oder im Garten eingenommene Mahlzeiten von außen wahrgenommen werden können, als Teil einer urbanen Lebensform.
Die Schlichtheit des Gebäudes ist Ausdruck eines Bedürfnisses nach Funktionalität und Konzentration auf das Wesentliche. Tragende Elemente werden unverkleidet verwendet, so stehen nicht nur die Stahlsäulen frei im Raum, auch das gefaltete Stahlblech der Treppe ist gleichzeitig Struktur und Trittfläche, Stützmauern wurden in Sichtbeton belassen.
Publikationen des Projekts: El Mundo, architektourist, designboom, architizer, plataforma arquitectura, archdaily, archshowcase unter anderen.
Das 1:34 minütige Video zeigt das Haus in seiner Nutzung.
Calle Islas Bikini, 28035 Madrid
gebaute Fläche: 236m2
Projekt: 2.007, Fertigstellung: 2.009

Fotos: Pablo Casares 2011